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Besatzung und Teilung

Deutschland wurde 1945 in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Die Beziehungen zwischen den Westalliierten und der UdSSR verschlechterten sich rasch. 1948 blockierte Stalin West-Berlin – eine westliche Enklave 160 km tief in sowjetischem Territorium. Die Berliner Luftbrücke (Juni 1948 – Mai 1949) versorgte die Stadt 11 Monate lang ausschließlich per Flugzeug. Die Blockade scheiterte. 1949 wurden die Westzonen zur Bundesrepublik Deutschland und die Sowjetzone zur Deutschen Demokratischen Republik.

Westdeutschland – Das Wirtschaftswunder

Westdeutschlands Erholung war außergewöhnlich. Der Marshallplan stellte 1,4 Milliarden Dollar bereit. Währungsreform und Ludwig Erhards „Soziale Marktwirtschaft" entfesselten Wachstum. Das BIP wuchs in den 1950er Jahren jährlich um 8%. Bis 1960 war Westdeutschland die stärkste Wirtschaft Europas und Gründungsmitglied der Europäischen Gemeinschaft. Kanzler Konrad Adenauer richtete Deutschland fest an der Westlichen Allianz und der NATO aus.

Ostdeutschland – Der SED-Staat

Ostdeutschland (die DDR) war eine sowjetische kommunistische Diktatur unter der Sozialistischen Einheitspartei (SED). Die Stasi war eine der durchdringendsten Geheimdienstorganisationen der Geschichte: 91.000 Vollzeitmitarbeiter und 189.000 Informanten überwachten eine Bevölkerung von 16 Millionen. Jeder 63. Ostdeutsche war Stasi-Informant. Reisen in den Westen waren verboten. Die Wirtschaft fiel progressiv hinter den Westen zurück.

Die Berliner Mauer (1961–1989)

Bis 1961 waren über 3,5 Millionen Ostdeutsche durch Berlin in den Westen geflohen. Am 13. August 1961 begann die DDR über Nacht mit dem Bau der Berliner Mauer. Die Mauer wuchs zu einem 155 km langen befestigten System mit Wachtürmen, Stolperdrähten und einem „Todesstreifen". Zwischen 140 und 200 Menschen wurden bei Fluchtversuchen getötet. Die Mauer fiel unerwartet am 9. November 1989.

Der Mauerfall

Michail Gorbatschows Reformen in der UdSSR entzogen den osteuropäischen kommunistischen Regimen die Garantie sowjetischer Militärunterstützung. Im Herbst 1989 breiteten sich Massenproteste in der DDR aus. Am 9. November kündigte ein verwirrter Sprecher der DDR an, die Grenze sei sofort offen. Menschenmassen sammelten sich an den Grenzübergängen. Wachsoldaten ohne Befehle ließen sie durch. Jubelnde Menschenmengen begannen auf beiden Seiten, die Mauer mit Hämmern abzubrechen.

Leben in zwei Deutschlands

Der Kontrast zwischen Ost- und Westdeutschland war bis 1989 krass. Westdeutsche verdienten viermal so viel und konnten frei reisen. Ostdeutsche hatten gesicherte Beschäftigung, kostenlose Gesundheitsversorgung und günstigen Wohnraum – aber keine politische Freiheit. Das Phänomen der „Ostalgie" (Nostalgie für die DDR), das nach der Wiedervereinigung entstand, spiegelte echte Gemeinschaft und Stabilität wider, die viele neben der Unterdrückung in der DDR fanden.