Zweiter Weltkrieg (1939–1945)
Der tödlichste Konflikt der Menschheitsgeschichte mit 70–85 Millionen Toten. Deutschland begann ihn, wurde durch ihn verwüstet und durch seine Niederlage grundlegend verändert.
Vorspiel – Appeasement und Expansion
Zwischen 1933 und 1939 demonierte Hitler systematisch den Versailler Vertrag. Deutschland rüstete ab 1935 offen auf. 1936 besetzten deutsche Truppen das entmilitarisierte Rheinland. 1938 annektierte Deutschland Österreich (Anschluss) ohne Widerstand. Das Münchner Abkommen (September 1938) übergab das sudetendeutsche Gebiet der Tschechoslowakei an Deutschland. Sechs Monate später besetzte Hitler den Rest der Tschechoslowakei. Es war klar, dass nur Gewalt ihn aufhalten konnte.
Blitzkrieg – Der Blitzangriff
Deutschland überfiel Polen am 1. September 1939 und löste Kriegserklärungen von Großbritannien und Frankreich aus. Der Blitzkrieg kombinierte Panzer, motorisierte Infanterie und Luftunterstützung in schnellen, koordinierten Angriffen. Polen fiel in sechs Wochen. Im Mai 1940 griff Deutschland Frankreich durch die Ardennen an, erreichte in 10 Tagen den Ärmelkanal. Frankreich fiel in sechs Wochen. Großbritannien, isoliert, verweigerte den Frieden.
Operation Barbarossa – Die Ostfront
Am 22. Juni 1941 überfiel Deutschland die UdSSR mit 3,8 Millionen Truppen in der größten Militäroperation der Geschichte. Anfängliche Vorstöße waren atemberaubend. Aber die UdSSR brach nicht zusammen. Die Stalingrader Schlacht (1942–1943) war der Wendepunkt: Eine gesamte deutsche Heeresgruppe (300.000 Mann) wurde eingekesselt und vernichtet. Die Ostfront kostete rund 30 Millionen Menschen das Leben.
Der Krieg im Westen – D-Day und danach
Die alliierte strategische Bombardierung verwüstete deutsche Städte und Industrie ab 1942. Am 6. Juni 1944 (D-Day) landeten 156.000 alliierte Truppen in der Normandie. Paris wurde im August befreit. Deutschland startete eine letzte Gegenoffensive in den Ardennen (Ardennenoffensive, Dezember 1944), die scheiterte. Im Frühjahr 1945 standen sowjetische Truppen in Berlin. Hitler beging am 30. April 1945 Selbstmord. Deutschland kapitulierte bedingungslos am 8. Mai (VE-Day).
Deutschlands Atomprogramm
Deutschland hatte in den 1930er Jahren brillante Kernphysiker – aber viele waren Juden und flohen nach 1933 (darunter Einstein, Szilárd, Teller, Frisch und Meitner). Das verbleibende deutsche Programm war unterfinanziert und beging einen kritischen Fehler: Werner Heisenberg berechnete (falsch), dass eine Uranbombe Tonnen an Material benötigen würde, was sie unpraktisch erscheinen ließ. Das Manhattan-Projekt nutzte die richtige Berechnung. Deutschland kam einer Bombe nie nahe.
Niederlage und Teilung
Deutschlands Niederlage war total: 5,3 Millionen deutsche Soldaten gefallen, Millionen weitere in sowjetischer Gefangenschaft. Deutsche Städte lagen in Trümmern. Das Land wurde in vier Besatzungszonen aufgeteilt (USA, UK, Frankreich, UdSSR). Millionen Volksdeutsche wurden aus Osteuropa vertrieben. Die Nürnberger Prozesse (1945–1946) verfolgten die NS-Führung und begründeten das internationale Strafrecht – einschließlich des Grundsatzes, dass „Befehlsnotstand" keine Rechtfertigung ist.